Gemeinde Teugn

  
Kriegsbericht aus dem Jahre 1809

Im Jahre 1809 brachten die Napoleonischen Kriege in unserer Heimat mit den Schlachten bei Eggmühl, und Abensberg, sowie der Erstürmung Regensburg traurige Erinnerung. Die Kampfhandlungen in und um Teugn hielt der spätere Gemeindevorsteher Josef Kaufmann in drei handschriftlichen Aufzeichnungen fest. Jede dieser Niederschriften behandelt das gleiche Ereignis mit abwechselnden Details:

1.

"Teugen am 19. ten April anno 1809. Sind zwey starke Wolken aufgestanden, auf Einmal, und sind grausam anzusehen. Eine kompt von Peising, und die andere von Schneihart und Haußen her, Und sie kommen Frueh 1/2 7 Uhr und hat gethauert bis 9 Uhr Vormittag. Die von Peising herkompt, bleibt im Torfe, und Kagerberg stehen. Die von Schneihart und Haußen her kompt, Bleibt auf dem Kleinen Haußerberg Stehen. Und wie sie stehen geblieben, vangt es Gleich zu Plüzten-und Thonnern an, Und haben auch gleich zu Rieseln angefangen, Und sind auch gleich, Viele Plesird und Tote auf dem Felde geblieben. Daß hat gethauert Bis auf die Nacht 9 Uhr. Das grausame Weter, das von Peising ist herkommen, hat das andere bis auf Buch zuricht gethrüben, Und vileich wäre es noch weiter gangen, Aber es hat sich ein Weder im Himmel Erhebt, und hat ein Starken wind und Regen fallen lassen, und wieter alles zuricht gangen bis in das Torf Teugen. Und sind von 19. ten an bis den 21. April stehen geblieben. In dieser Zeit steht wieder eine andere Wolke auf die wieder grausam anzusehen ist. Die Kompt von Abensperg herrab, und diese ganz zu vertruckhen helfen, die auf dem Kleinen Haußerberg gestanden ist, und ist auch wirlich erso geschehen. Die Leude sind auf dem Schlachtfeld geblieben, von Bete seiten bis 5000 Man, und das Dorf ist voll Plesierte worten. Die Kürche ist auch voll angelegt worten, auch sind alle Stehl herausgerissen worden. Daß Breyhauß und die überrige Heußer, Stadlen, und Schübfen sind auch voll gewesen. Die Plesierte sind 4 Wochen bey uns liegen geblieben, auch in der Kurcher sind sie so lange gelegen. Die Toten, die auf dem Feld Sind plieben, die sollten die Leid Ein Graben auf dem Feld. Aber daß hat der Herr Pfarrer nicht angehen lassen. Den weil die Leid so sind wegen dem Schrecken und Lebensmittel und Kanonenfeyer, und von dennen Kleinen Feyergewehr und daß Gediemmel des Kriechs Volchs, und des Geschrey der Plesierten. Den Man ist nicht Sieger (sicher) gewesen Vor den Grossen und Kleinen Kugeln, in dem Dorfe, auf dem Feld und in dem Wald. Den wer in dem Dorf hat Pferd und Ochsen gehabt, die hat Einspangen miesen, und die Pferd-, Ochsen- die Wagen mitgenommen, und sein auch Veihle (viele) ausgebleiben. Das fransesische Volchs hat alles verthrept, was in dem Torf ist gewesen, von allem dem Küche Haußrath- und in Summa in aller Gattung Was nur einen Namen hat, das ist verthorbt worten. Josef Kaufmann am 30. Mey 1809."

"Die fransesische Arme ist von Peising herkommen. Daß nenne ich die grausame Wolke. Die österreichische Arme ist von Schneihart herkommen. Die Nänne ich auch Eine Grausame Wolke. Und die 3 te ist die Bairische Arme. Die kompt von Abensperg herab. Die Nänne ich auch Eine grausame Wolken anzusehen."


2.

"Teugen Dato Dem 19. tem April 1809. Ist hier ein Prausender Sturm Wünd angekommen, frueh 1/2 7 Uhr, und hat getheugert (gedauert) bis gegen 9 Uhr Vormittag, und als ist er auf einmal stehen geblieben, und in kurzer Zeit ist wiederum auf ein ander seiten Einer hereingebrochen, und diese zwey Wünde zu Sammen gestossen haben, so hat es gleich zu blüzen und thonnern angefangt. Die Arme von die Franzosen, ist auf dem Kagerberg gestanden, mit dem Großen Geschütz und daß andre Folck in dem Dorfe. Und die Kaiserliche Arme in Hausen und Sallerdorf gestanden. Die Vorposten sind gestanden von Salhaupt-Voxbrung- Küheberg- Hauserberg- Reith- und bis in die Kohlstadt, die fransesischen Vorposten. Die Kaiserlichen Vorposten sind gestanden von Düntzling-Mosholzen- Schneihart- Bürnbach- Holtzäs- Schüeßkager und bis Sibenau. Die zwey Armee sind auf dem Großen Hauserberg gestanden und hat sich angefangt um 1/2 10 Uhr und hat gethaugert in die Spaethe Nacht. Die Franzosen haben die Kaisiliche Armee geschlagen von Großen Hauserberg, bis auf Buch - Sibenau und wie sie dort hingekommen sind, hat sich ein Sturmwind erhöbt. Als dem sich der Rauch umgekärdt und die fransesische Arme hat sich wieder zuruch gehen miesen auf unser Dorfe, Und ist stehen geblieben von 19. bis 21. ten April. Die Schlacht hat gethaugert von 1/2 10 Uhr bis Abens 9 Uhr Und haben vielle Leude verlohren. Sie haben bäde seiden thote und verwunde bey 468 Hundert man verlohren, nur in unser in Stridt, es ist das Gotteshauß vohlgelegen, sie haben alle Stahl herausgeriesen und alles was zum Herausreisen ist gewesen und haben die Pläsierden hinein gethann und sind 4 Wochen darin gelegen. Auch das Breyhauß und auch die andre Häuser, Stätl, Schupfen sind vohl gelegen. Die Leide von dem Dorf sollen die Toden Ein Graben haben. So hat es der Herr Pfarrer daß nicht angehen lasen, denn weil die Leude erso so Schwach sind, wegen der Schrecken, des Schiesen der Kannonnen und der Gewehr, und wegen des Geschrey der verwunden. Den wie das Schüesen ist angefangen worden, so ist man das Leben nürgens sieger (sicher) gewesen vor die grossen und kleinen Kugeln und auch wiederrum wer Pferdt, Ochsen gehabt hat, der hat Einspangen miesen. Sie haben auch die Pferdt und Ochsen mitgenommen, sie haben die Fühln (Fohlen) mit genohmen. Sie haben auch alles was nur frist (frißt) Ochsn, Küh und Schweyn, Schafe, Gänße, Hünner und so weiter, Altes und Junges..."


3.

"Dato dem 19. April Anno 1809 Ist hier in unsern Dorfe Ein erschrecklicher Sturm hereingetrunken, daß man geglaupt hat, er nimt das ganze Dorf mit. Ach ein Unglick wan zwey so starke Wünde zusammen Stosen, daß einer dem andern das Leben nemmen will. Die fransesische Arme ist von Abbach- Peiseung- Weillau hergekommen. Und die Kaisiliche Arme jnter Mitter- Ober- Schneihart- Hausen- Sibbenau her. Die fransesische Arme hat sie auf dem Kacherberg gelegt, die Kaisiliche Arme auf den Grosen Hauserberg. Die Vorposten sind zusammen gekommen in Dalwiesen und Pöchlerwiesen, die Armeen sind zusammen gekommen auf dem Großen Hauserberg- Günzenpeint- Schüesekacher. Auf diesem Platz ist die Schlacht gehalten worten. Aber die Leite von die beyden Armeen sind auf 3 bis 4 Stunde herumgestanden. Die Schlacht ist angefangt worten gleich um 3/4 9 Uhr und hat vortgetheugert bis in die spete Nacht."